„s’ Kiefers“ – eines der ältesten Fachwerkhäuser im Ort

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Die Balkeninschrift weist 1757 als Baujahr aus. Ottilia und Josef Kiefer haben das Haus um 1920 erworben. Das Fachwerk ist charakteristisch für ein Ortenauer Kniestockhaus. Giebel und Hofseite sind mit fränkischem Schmuckfachwerk gestaltet. Ein besonderes Merkmal sind die fränkischen Fenstererker. Mehrfach ist das Andreaskreuz zu sehen mit der Bedeutung: Mehrung als Gabe, die den Besitz vermehrt. Die Raute als Glückszeichen mit der Bedeutung für Fruchtbarkeit von Mensch, Tier und Feldfrüchten.

Die Dachkonstruktion ist ein asymetrischer Kehlbalkendachstuhl. Das Fachwerk besteht aus Eichenholz und die Hölzer vom Dachstuhl sind Flösserholz in Tanne, ersichtlich durch vorhandene Bohrlöcher zum Binden der Stöhr.

Eine Besonderheit der Fachwerkwände sind die durchlaufenden Geschossständer bis zur Kniestockpfette, ein altes Konstruktionsdetail, das den Kniestock stabilisiert. An Stelle von Wetterdächle und Winddielen, wurden in früherer Zeit Pfetten eingezogen für einen Dachüberstand. Das Haus ist Teil-Unterkellert und hat eine Balkendecke.

Im Haus waren zeitweise auch ein Gebrauchswarenladen und eine Fahrradwerkstatt untergebracht.

Josef Kiefer, gebürtig aus Nesselried, war Fahrradhändler. Seine Frau Ottilia, gebürtig aus Durbach, gab als Schneidermeisterin dort in jungen Jahren Nähunterricht.

Im Laden war alles zu erwerben was die dörfliche Bevölkerung jener Zeit benötigte – Einmachutensilien, Kurzwaren, Nägel bis zu Schreib- und Schulbedarf – umfasste das Warenangebot von Ottilia Kiefer, die im hohen Alter noch hinter der Ladentheke stand.

Auch ein “Brennhiesli” mit gemauertem Ofen und eine “moderne” öffentliche Mosterei im Ökonomiegebäude begründeten – ebenso wie auch die einzige Tankstelle des Dorfes (bis um 1972) – die Bedeutung von s`Kiefers. Rückwärtig grenzt das Anwesen mit seinem großen Garten bis an den Friedhof.