Ehemaliger Farrenstall

Startseite › Haustafeln › Ehemaliger Farrenstall

Der Standort des ersten Farrenstalles war im Hinterhof der heutigen Windschläger Straße 59. Er brannte am 16. Februar 1926 bis auf die Grundmauern nieder. Dabei war auch die angrenzende Wirtschaft „zum Mond“ in Mitleidenschaft gezogen worden. 1855, dem Jahr der ersten überlieferten Viehzählung, ist bereits ein Farrenstall an dieser Stelle lokalisierbar, es ist von einem „Wucherstall“ die Rede. Wegen Baufälligkeit des Gebäudes wollte die Gemeinde das heutige Wohnhaus Windschläger Straße 58 nebst Ökonomiegebäude zur Verfügung stellen – doch zu dem Umbau kam es nicht mehr, der 1. Weltkrieg durchkreuzte die Maßnahme, so dass der baufällige Farrenstall bis zum Brand 1926 seine Aufgaben mehr schlecht als recht erfüllte.

Man begann unmittelbar nach dem Brand mit der Planung eines neuen Farrenstalls. Für die Errichtung dieses Gebäudes stellte Freiherr von Neveu im „Großen Garten“ ein Geländestück zur Verfügung. Die Gesamtkosten des fertiggestellten Farrenstalls im heutigen Oberrotweg, einschließlich der Kosten für den Erwerb des Bauplatzes, beliefen sich auf 30550 RM.

Die Farrenhaltung wurde auch in den folgenden Jahrzehnten konsequent beibehalten; nachdem aber die Ausgaben für die Farrenhaltung die Einnahmen erheblich überschritten, wurden die Stimmen lauter, die forderten künstliche Besamung einzuführen. Der Gemeinderat folgte mit seinem Beschluss am 12. Januar 1968 dem Vorschlag der Viehbesitzer, die traditionelle Farrenhaltung zugunsten der Besamung zu beenden, zum 1. April 1968 wurde der Deckbetrieb im Farrenstall eingestellt. Letzter Farrenwärter war Ludwig Kurfürst.

Die Kleeburger Narrenzunft sowie der Rad- und Motorsportverein beantragten bei der Gemeinde, ihnen im ehemaligen Farrenstall Räumlichkeiten zu überlassen. Der Radsportverein richtete die frühere Fruchtkammer in Eigenarbeit zu seinem Vereinsheim her und erhielt den Raum über dem ehemaligen Sprungstand zugeteilt. Der Narrenzunft überließ man den ehemaligen Ziegenbockstall, den die Zunft zu ihrem Vereinsheim ausbaute, aufgrund seiner früheren Verwendung „Meckerstüble“ genannt. Am Schmutzigen Donnerstag 1975 konnte die Narrenschar nach dem Hemdglunkerumzug erstmals im „Meckerstüble“ die neu kreierte Kleebollensuppe genießen.

Im Farrenstall war auch der gemeindeeigene Bauhof untergebracht. Im Zuge großzügiger Umbaumaßnahmen im Jahr 2016 wurde der Bauhof ausgelagert.