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"Den Opfern ein Gesicht geben"

Eine sehr gute Besucherresonanz hatte die Ausstellung "Den Opfern ein Gesicht geben" des Fördervereines Dorfgeschichte über das Wochenende vom 27./28. November 2010. An beiden Ausstellungstagen waren die Stellwände dicht umlagert, schon zur Eröffnung am Samstag nachmittag waren rund 80 Personen ins Pfarrheim gekommen.
Die Ausstellung war den toten und vermissten Soldaten der beiden Weltkriege, den Opfern von Euthanasie und KZ während der Nazizeit sowie den Menschen, die im II. Weltkrieg in Windschläg ums Leben kamen, gewidmet.
Wolfgang Bientzle erläuterte in seinem Einführungsvortrag wie es zu dieser Ausstellung kam.
Seit Jahren hatten Vera Joggerst und Miriam Schwarz-Graf, beide im Arbeitskreis des Fördervereines Dorfgeschichte aktiv, die Schicksale recherchiert und konnten nun eine lückenlose Dokumentation vorlegen. Jedem der Opfer war ein eigenes Datenblatt mit kurzer Biografie und, wo möglich, mit Foto gewidmet. Bis auf wenige Ausnahmen war es den beiden gelungen, von fast allen Personen auch ein Foto zu finden. „Es wird denen ein Gesicht gegeben, die nicht in Geschichtsbüchern auftauchen“ so Bientzle in seinem Einführungsvortrag, in dem er eindringlich die Sorgen und Ungewissheit der Familien über den Verbleib ihrer Angehörigen in beiden Weltkriegen beschrieb. Die Angst, dass der Briefträger einen Brief ins Haus brachte in dem der „Heldentod“ mitgeteilt wurde, ob im vorgefassten Formbrief eines Kommandeurs oder dem mitfühlenden Brief eines Kameraden oder Militärpfarrers. Manche Familien traf es besonders hart, die Besucher waren von den Geschichten hinter den Namen angerührt. Bientzle erinnerte an die 119 Soldaten die in den beiden Weltkriegen ums Leben kamen oder als vermisst gelten. Ebenso an die Opfer die beim Angriff vom 27. November 1944 ums Leben kamen. Für die gefallenen Soldaten des I. Weltkrieges ist ein Kriegerehrenmal beim Windschläger Friedhof vorhanden. Und in der Windschläger Kirche erinnern zwei Tafeln an die Gefallenen des II. Weltkrieges. Die Opfer des Angriffs von 1944 sind in einer Gräberreihe auf dem Windschläger Friedhof beigesetzt, die bis heute erhalten ist. Nicht festgehalten waren bislang die Namen der Vermissten des II. Weltkrieges und der Euthanasie- und KZ-Opfer. Der Förderverein Dorfgeschichte hat für diese Menschen eine Gedenkplatte anfertigen lassen. Diese rund 100 Kilogramm schwere Sandsteinplatte im Format 100 mal 70 Zentimeter wurde während der Eröffnung von Ortsvorsteher Ludwig Gütle enthüllt. Ortsvorsteher Gütle unterstrich in seiner Ansprache wie wichtig er diese Ausstellungsthematik schätze und sprach ein Lob an die Organisatoren aus. Er dankte für die Gedenkplatte, die an einer Außenwand der Aussegnungshalle beim Friedhof angebracht wird. Der Frauenchor, geleitet von Hermann Armbruster, hatte die Eröffnung mit einigen Liedern umrahmt. Auch seitens der Besucher gab es viel Lob für die Ausstellungsmacher.

 

 


 

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